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Wissenschaftliches arbeiten – Part 1

geschrieben von Ole

Zur Zeit befinde ich mich im Masterstudiengang. Der dauert bei uns 4 Semester. Zwei Semester warten noch auf mich, aber ich habe schon alle Vorlesungen und Klausuren bestanden. Also könnte ich jetzt ein halbes Jahr nichts tun und mich im Sommersemester mit der Masterarbeit beschäftigen. Weit gefehlt. Neben den Vorlesungen und zugehörigen Prüfungsleistungen (Vorträge, Klausuren, …), muss ich noch praktische Forschungsarbeiten durchführen. Die kann man sich um Umfang und Arbeitsaufwand wie die Bachelorarbeit vorstellen. Klingt dramatischer als es ist, denn diese Forschungen geben einem einen Vorgeschmack auf die spätere Arbeitsrealtität als Promotionsstudent.

Insgesamt werde ich drei Forschungen durchführen. Eine intern an meiner Uni, eine an einer öffentlichen Forschungseinrichtung und eine im Ausland. Die praktische Arbeit der internen Forschung habe ich vor zwei Wochen beendet. Jetzt heißt es: Schreiben!

Forschungsbericht

Zu jeder Forschung muss selbstverständlich auch ein Forschungsbericht verfasst werden. In diesem müssen die Motivation, Vorarbeiten, Hintergründe, Ergebnisse und Diskussion, sowie ein Experimentalteil (=Versuchsbeschreibungen) enthalten sein.

An diesem Forschungsbericht arbeite ich zur Zeit. Passend dazu möchte ich hier einmal meine Vorgehensweise beim Schreiben eines solchen Berichts schildern und euch das ein oder andere Tool zeigen.

Ergebnisse und Versuche ordnen

Als ersten Schritt beginne ich dabei mit der Durchsicht meines Laborjournals. Im Laborjournal werden während der praktischen Arbeit alle Versuche, Parameter (Einwaagen, Temperaturen) und Ergebnisse (Analysen, Ausbeuten, …) festgehalten. Je nach Projekt, lassen sich die Einträge im Laborjournal verschieden ordnen. Exemplarisch an meiner aktuellen Forschung finden sich in dem Laborjournal Einträge zur Synthese von Ausgangsmaterialien und Durchführung von Katalyse-Experimenten.

Meine Arbeit basiert primär auf den Ergebnissen der Katalysen, weshalb ich mir eine kleine Tabelle erstellt habe in die ich alle wichtigen Ergebnisse eintrage.

Eine exemplarische Tabelle mit Ergebnissen aus Katalyse-Experimenten. Die tatsächlichen Ergebnisse fielen der Geheimhaltung zum Opfer.

Eine exemplarische Tabelle mit Ergebnissen aus Katalyse-Experimenten. Die tatsächlichen Ergebnisse fielen der Geheimhaltung zum Opfer. Excel oder OpenOffice eignen sich wunderbar, da anschließend die Tabellen automatisiert sortiert werden können (nach Zeit, Temperatur, …).

Wenn das erledigt ist, schaue ich mir meine Einträge zur Synthese der Ausgangsmaterialien an und bringe diese in eine mehr oder weniger sinnvolle Reihenfolge. Anschließend erstelle ich mit dem Programm ChemDraw die Reaktionsgleichungen für diese Synthesen und beginne mit dem Schreiben der Vorschriften (in der Schule “Versuchsdurchführung” genannt). Diese Vorschriften beschreiben möglichst knapp und präzise die Schritte der Synthese und enden mit den Analyse-Ergebnissen. Die Analyse-Ergebnisse sollen zeigen, dass auch tatsächlich die genannte Substanz mit dieser Vorschrift erhalten werden kann. Ist dieser meist nervtötende Schritt geschafft, geht der Blick zurück auf die Ergebnistabelle.

Mit Stift und Papier zu Händen überlegt man sich warum die jeweiligen Ergebnisse erhalten wurden und wie sie zu erklären sind. In der Mehrzahl der Fälle werden nämlich Ergebnisse erhalten, die auf den ersten Blick nicht dem entsprechen was erwartet wurde. Während man probiert sich die Ergebnisse zu erklären, geht man auch häufig wieder zurück zu den Publikationen, die man während der Arbeit im Labor gefunden hat bzw. sucht nach weiteren Publikationen in denen ähnliche Experimente durchgeführt wurden.

Um die Literaturrecherche und primär Literaturverwaltung und Organisation geht es im nächsten Beitrag.

 

 

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Ole

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