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Erneuerbare Energien: Von der Biomasse zum Treibstoff

geschrieben von Ole

Ich stecke gerade in den letzten Zügen meiner Masterarbeit. Während noch die letzten Reaktionen im Labor laufen, habe ich in der freien Zeit schonmal angefangen meinen Einleitungs- und Theorieteil meiner Masterarbeit zu schreiben. In meiner Masterarbeit geht es im groben um die Herstellung eines Treibstoffes aus Biomasse.  Ich halte dieses Thema für äußerst wichtig und möchte deshalb einige Missverständnissen, die es in der Kommunikation zwischen Forschern und Politikern und letztendlich der Bevölkerung gibt, aus der Welt schaffen. Nebenbei möchte ich dann noch schematisch den galanten und so schön klingenden Weg von der Biomasse zum Treibstoff aufzeigen und die aktuellen Probleme bei der Umsetzung der Ideen vorstellen.

Wie auf Twitter und Facebook versprochen, startet ab heute eine Artikelserie zum Thema Bio-Treibstoffe und deren Herstellung. Aber auch nach der Artikelserie ist nicht Schluss, denn mein Ziel ist es jede Woche einen neuen Artikel zu veröffentlichen.

Des Weiteren werde ich probieren wieder aktiver auf Facebook zu sein und interessante Fakten, Links, Videos … dort zu posten. Wenn du mir also noch nicht auf Facebook folgst ist hast du jetzt die Möglichkeit dies nachzuholen, den Link findest du ganz oben rechts auf der Seite.

Nach der Hausmeisterei, steigen wir jetzt aber direkt ein in die Thematik Biotreibstoffe.

Was sind Biotreibstoffe?

Biotreibstoffe, sind Treibstoffe, die nicht auf Erdöl basieren. E10 ist deshalb kein Biotreibstoff, denn hier wird einfach nur Bioethanol dem normalen Benzin zugemischt. Dazu aber nächste Woche genaueres. Wenn ichaber von Biotreibstoffen spreche meine ich auch nicht Frittierfett, welches durchaus als Treibstoff genutzt werden kann. Noch spreche ich von Biodiesel, welcher tatsächlich ohne Erdöl auskommt.

Ich spreche über neue, maßgeschneiderte Treibstoffe, die vergleichbare oder bessere Verbrennungseigenschaften wie herkömmliches Benzin oder herkömmlicher Diesel besitzen und auch in schon existierenden und modernen Motoren funktionieren können. Über den Unterschied zwischen Biodiesel und den maßgeschneiderten Biotreibstoffen wird es aber in den kommenden Wochen noch genauer gehen.

Wir brauchen diese maßgeschneiderten Treibstoffe um langfristig unseren Erdölverbrauch zu reduzieren und nachhaltige Treibstoffe zum Transport zu verwenden. Auf Biomasse basierte Treibstoffe setzen zudem, in entsprechenden Prozessen, weniger CO2 frei als konventioneller Treibstoff. Kommt der Rohstoff aus Pflanzen, haben diese vorher CO2 aus der Atmosphäre gespeichert, welches bei der Produktion wieder frei wird, wodurch sogar ein CO2 neutraler Treibstoff hergestellt werden könnte. Zu beachten ist, dass dazu auch alle Transportvorgänge und die verbrauchte Energie auf erneuerbaren Energie basieren.

Audi löst das Treibstoffproblem mit e-gas (nicht)

Am liebsten würden die Automobilindustrie aber weiterhin Benzin oder Diesel verfeuern und auch die großen Ölkonzerne bleiben lieber beim noch verfügbaren Öl. Trotzdem hat wahrscheinlich jeder Automobilhersteller und jeder Ölkonzern eine Abteilung, die sich mit der nachhaltigen Herstellung von Kraftstoffen befasst. Als Beispiel möchte ich hier Audi und das Audi e-gas Projekt anführen. In diesem Projekt soll überschüssiger Ökostrom (Windenergie und Solarstrom) genutzt werden um aus CO2 und Wasserstoff Methan herzustellen (Audi nennt es e-gas). Bei diesem Prozess soll angeblich genauso viel CO2 gebunden werden, wie bei der Verbrennung von Methan (auch CNG=compressed natural gas genannt) wieder frei wird, womit ein CO2 neutraler Treibstoff vorliegen würde. Nähere Informationen dazu gibt es auf den PR-Seiten von Audi, falls dieses Konzept jemanden tiefergehender interessieren sollte.

Ich habe aber meine Zweifel ob Audi mit dem Konzept auf einem zukunftssicheren Weg ist. Denn, jeder der einen Audi e-tron fährt, tankt an den Tankstellen gewöhnliches CNG (Erdgas) und damit einen fossilen Treibstoff. Genauso fragwürdig ist, ob sich das Prinzip der Methanherstellung aus CO2 und Wasserstoff mit überschüssigen Ökostrom hochskalieren lässt, sodass jedes Auto mit synthetischem Methan fahren könnte und überhaupt kein Erdgas mehr verkauft wird.

Biomasse zu Treibstoffen

Die neuen Biotreibstoffe, die ich in den nächsten Wochen besprechen möchte, sind neue Moleküle, die im besten Fall günstig aus Biomasse zugänglich, nicht toxisch, gut verbrennbar, einfach handhabbar und geruchsneutral sind. Der letzte Punkt ist im Übrigen durchaus ernst gemeint, auch heute setzen Shell und Co. auf Additive um den Geruch von Benzin möglichst erträglich zu gestalten. Denn weder möchte jemand an einer stinkenden Tankstelle stehen, noch in einem stinkenden Auto fahren. Aber auch wenn dieser Punkt als Kriterium angeführt wird, dürfte er als der unwichtigste aller Kriterien gelten.

In der nächsten Woche geht es hier im Blog um den generellen Unterschied zwischen Benzin und Diesel, sowie die konventionellen Biotreibstoffe E10 und Biodiesel. Und als wäre es abgesprochen hat Sebastian von Nullius in Verba in der letzten Woche einen Artikel zu Palmöl verfasst, indem es am Rande auch um Biotreibstoffe geht. Zum Lesen des Artikels geht es hier entlang:

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Ole

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